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Tag der Lehre

Rückblick 2026

„Unsere Lehre wird nicht dadurch besser, dass wir alle dasselbe sehen, sondern durch das Abgleichen verschiedener Perspektiven.“ Mit diesen Worten begrüßte Angela Weißköppel, Leiterin des Lehrenden-Service-Centers und Moderatorin des Tages, die zahlreichen Gäste beim Tag der Lehre 2026. Unter dem Leitmotiv „Perspektiven“ kamen Lehrende, Studierende, Mitarbeitende und Hochschulleitung am 16. Juni an festlich gedeckten Tischen zusammen, um über die Zukunft der Hochschullehre ins Gespräch zu kommen.

Einen ersten Impuls setzte die Keynote von Anja C. Wagner, die von 2001 bis 2011 selbst Lehrbeauftragte an der HTW Berlin war. Im Zentrum stand die Frage, welche Kompetenzen und Rahmenbedingungen Studierende künftig benötigen, um in einer von KI geprägten Arbeitswelt handlungsfähig zu bleiben. Sie plädierte für eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit KI, mehr projektbasiertes Lernen und den Mut, Bildungsprozesse neu zu denken.

Anschließend trafen in drei Debatten unterschiedliche Perspektiven aufeinander. Lehrende und Studierende diskutierten über KI in der Lehre, Studierendenbeteiligung und Interdisziplinarität.

In der Debatte zur Studierendenbeteiligung wurde deutlich, dass fehlende Beteiligung viele verschiedene Gründe haben kann und fehlende Wortmeldungen nicht automatisch fehlendes Interesse bedeuten. „Nach einem langen Tag sind die Kapazitäten zum Mitdenken auch einfach mal verbraucht“, gab Studentin Ida Wummel zu bedenken. Gleichzeitig könne gute Didaktik einen entscheidenden Unterschied machen. Die Diskussion lieferte zahlreiche Anregungen für interaktive Lehrformate.

Beim Thema KI plädierten die Diskutierenden für einen offenen Umgang mit den neuen Möglichkeiten, für gemeinsames Ausprobieren und einen kontinuierlichen Austausch mit Studierenden. Zugleich warnten sie davor, Maschinenintelligenz zu sehr zu vermenschlichen: KI sei ein Werkzeug – kein Gesprächspartner auf Augenhöhe.

In der Debatte zur Interdisziplinarität wurden Erfahrungen aus fach- und hochschulübergreifenden Projekten geteilt. Neben praktischen Tipps für die Zusammenarbeit zog sich eine Erkenntnis durch die Beiträge: Nicht alles lässt sich planen. Interdisziplinäre Projekte brauchen Freiräume und die Bereitschaft, Studierenden Verantwortung zuzutrauen.

Zum Abschluss wurde es feierlich. Mit der Verleihung des Preises für gute Lehre durch Birgit Müller, Vizepräsidentin für Lehre, würdigte die HTW Berlin besonderes Engagement in der Lehre. Erstmals wurde dabei auch studentische Lehre ausgezeichnet. Preisträgerin Ida Wummel erhielt dafür sogar doppelten Applaus vom Publikum.

Direkt im Anschluss richtete sich der Blick auf fünf Jahre Lehrenden-Service-Center. Wegbegleiter*innen blickten auf gemeinsame Projekte zurück und erzählten von ihren Erfahrungen in der Zusammenarbeit. Birgit Müller und Angela Weißköppel würdigten die Entwicklung des LSC. Mit einer Geburtstagstorte, Konfettikanonen und vielen glücklichen Gesichtern wurde das Jubiläum schließlich gebührend gefeiert.

Beim anschließenden Abendessen wurde weiter diskutiert, gelacht und vernetzt. So klang ein Tag aus, der gezeigt hat, wie viel entstehen kann, wenn unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen.
 

Was ist der Tag der Lehre?

Regelmäßig finden sich Professor*innen, Mitarbeiter*innen, Lehrbeauftragte und Studierende der HTW Berlin zusammen, um sich zum Thema "Lehre" auszutauschen. In Keynotes, Paneldiskussionen und Workshops sprechen sie über die alltäglichen Herausforderungen in der Lehre, aktuelle gesellschaftliche Anforderungen an die Hochschullehre oder Trends in der Lehr-Lern-Forschung. Neben der fachlichen Weiterbildung steht der kollegiale Erfahrungsaustausch im Mittelpunkt.

Nächster Termin

Der nächste Tag der Lehre findet im Sommersemester 2027 statt.